Casa Batlló in Barcelona, Katalonien, Spanien
© Marco Arduino/Sime/eStock Phot
Barcelonas „Drachenhaus“
Wir blicken auf das Casa Batlló, ein sechsstöckiges Wohn- und Geschäftshaus im Zentrum von Barcelona, dessen Dach die Schuppen eines Drachen darstellt. Was führt uns ausgerechnet heute hierher? In Katalonien und an vielen weiteren Schauplätzen von England bis Äthiopien wird am 23. April der Georgstag gefeiert. Es ist der Gedenktag des heiligen Georg – oder Jordi, wie ihn die Katalanen nennen. Der Sage nach besiegte der Ritter einen Drachen und rettete eine Prinzessin aus seinen Fängen. Es heißt, der Turm, der aus dem Dach des Cas Batlló herausragt, symbolisiere Georgs Lanze, die den schuppigen Rücken des Untiers durchstößt.
Der heilige Georg wird in Katalonien als Schutzheiliger verehrt – den Konstrukteur der Fassade des Casa Batlló könnte man als den Schutzarchitekten der spanischen Region bezeichnen. Antoni Gaudí hat Dutzende von Bauwerken in Barcelona und der näheren Umgebung entworfen, die alle den gleichen, eigenwilligen Stil aufweisen: wellige, organisch wirkende Formen mit einer leuchtenden Farbgestaltung. Diese architektonische Stilrichtung des Modernisme gilt als eine weit fortgeschrittene Spielart des Jugendstils. Gaudís lange unvollendetes Meisterstück, die berühmte Kathedrale Sagrada Família, wird voraussichtlich im Jahr 2026 fertiggestellt, ein Jahrhundert nach dem Tod des begnadeten Architekten.
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