Ruine von Dunseverick Castle, County Antrim, Nordirland
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Ruinen voller Geschichte. Ruine von Dunseverick Castle, Nordirland
Nicht als romantische Ruine, sondern als strategischer Ort entstand Dunseverick Castle an der schroffen Nordküste Nordirlands. Der Basaltfelsen über dem Atlantik bot über Jahrhunderte hinweg Kontrolle über Meer und Land und machte den Ort früh bedeutend. Bereits vor rund 2.000 Jahren endete hier die Slige Midluachra, eine der großen Verkehrsachsen Irlands, die mit einer antiken Fernstraße vergleichbar ist und bis zum Königssitz am Hill of Tara führte. Auch religiös und politisch ist der Ort tief im kollektiven Gedächtnis verankert: Im 5. Jahrhundert soll der heilige Patrick hier den Einheimischen Olcán getauft haben.
Einer Überlieferung zufolge wurde von dieser Küste aus auch der Lia Fáil, der Krönungsstein der irischen Hochkönige, nach Schottland gebracht. Nach Wikingerangriffen im späten 9. Jahrhundert und schweren Zerstörungen im 17. Jahrhundert blieb lange nur ein einzelner Turm bestehen. Erst 1978 verschwand auch dieser im Meer. Heute ist das frei zugängliche Areal nahe dem Giant’s Causeway ein nüchternes Zeugnis irischer Geschichte – mit den letzten Mauerfragmenten der einstigen Burg.
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