Kirchturm im Reschensee, Südtirol, Italien
© Scacciamosche/Getty Image
Italiens versunkenes Dorf
Ein aus dem Wasser ragender Kirchturm aus dem 14. Jahrhundert gibt hier am Reschensee im Norden Italiens einen Hinweis auf die Vergangenheit. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts stand an dieser Stelle in den italienischen Alpen das Dorf Graun mit insgesamt 163 Häusern. 1939 kündigte ein Energieunternehmen Pläne für den Bau einer Talsperre und eines Stausees an, die gleichbedeutend mit der Überflutung Grauns und Teilen des Dorfes Reschen waren.
Trotz öffentlicher Proteste und wiederholter Verschiebungen des Projekts wegen des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs versanken die beiden Siedlungen schließlich im Sommer 1950 in den Fluten – natürlich erst nach der sicheren Umsiedlung der örtlichen Bevölkerung. Heute zieht die verbliebene Kirchturmspitze Touristen an, vor allem im Winter, wenn der See zugefroren ist, und die Besucher über die Eisfläche hinüberlaufen können.
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